Unser täglich Brot

Wir essen abends überwiegend Stulle mit Brot. Dazu ein kräftiger Käse, ein frischer Salat, eine Suppe, ein paar Oliven, etwas gebratener Speck, ein gekochtes Ei – etwas Besseres können wir uns zum Abendbrot kaum vorstellen.

Ganz wichtig ist dafür natürlich frisches Brot. Früher haben wir unser Bäckerbrot weggeschmissen, wenn es nach zwei Tagen steinhart war. Es musste fast täglich ein neues ofenfrisches Brot her. Mittlerweile kommt bei uns vollwertiges Brot auf den Tisch, das wir auch nach drei, vier Tagen immer noch liebend gerne essen. Dieses Brot ist von Anfang an fest (statt weich) und nach vier Tagen ist es immer noch fest (statt hart). Denn das wertvolle Öl des Getreidekeims ist erhalten geblieben und das schmeckt man auch.

Im Zuge der industriellen Entwicklung wurde die Lagerfähigkeit von Getreide erhöht, indem Getreidekeim und Randschichten vom Korn entfernt wurden. Nur der isolierte Stärkekern wird seitdem noch zu Mehl verarbeitet. Unser Auszugsmehl ist eine Konserve, die kaum noch lebenswichtige Vitalstoffe enthält. Denn gerade im Keim des Getreidekorns sind eine Vielzahl an Ballaststoffen, Vitaminen, Ölen und Mineralstoffen enthalten – so auch das für den Stoffwechsel wichtige Vitamin B1. Der Durchschnitt der Bevölkerung in zivilisierten Ländern ist mit Vitamin B1 völlig unzureichend versorgt. Die WHO empfiehlt 1,5 mg pro Tag; wir liegen im Schnitt bei 0,8 mg. Daraus entstehen zwangsläufig Störungen und ernsthafte Erkrankungen.

Seit Urzeiten war Getreide die Grundlage der menschlichen Ernährung. Getreide ist so reichhaltig mit den grundlegenden Vitalstoffen ausgestattet, das wir uns über Jahre ausschließlich davon ernähren könnten. Kein Wunder also, dass der Ernährungsforscher Professor Kollath nach jahrzehntelangen Untersuchungen die wesentliche Ursache chronischer Krankheiten in der Abkehr von Vollkornprodukten sieht. Heute sind übrigens längst nicht alle mit „Vollkorn“ deklarierten Produkte auch tatsächlich vollwertig. Vollkornprodukte mit einem Vollkornmehlanteil von gerademal 50%, mit Aromen, Farb- oder Konservierungsstoffen und einer ordentlichen Menge Zucker sind keine Seltenheit.

Wesentlicher Hauptbestandteil der Vollwerternährung ist und bleibt aber frisches Getreide, denn auch beim Backen unseres heißgeliebten Vollkornbrotes gehen Vitalstoffe verloren. Hoffnung macht, dass schon 50 Gramm frisch gemahlenes Getreide den Mindesttagesbedarf an B-Vitaminen eines Menschen decken. Auf dem Flohmarkt haben wir günstig eine alte Mühle erstanden, in der wir nun abends Korn mahlen, es in Wasser quellen lassen und es morgens zu einem leckeren Frischkornbrei mit Banane, Apfelmus, Zimt und Öl verarbeiten. Lecker schmeckt der Brei auch mit Nüssen, frischem Obst, Zitrone, Agavendicksaft und geschlagener Sahne.

Wir gehören nun also zu den Körnerfressern, kaum zu glauben!

Gutes Brot und Frischkornbrei bilden eine einfache und gute Basis für eine vollwertige Ernährung. Der Frischkornbrei kostet weder abends noch morgens besonders viel Zeit. Gutes Brot kostet etwas mehr, aber schmeckt auch um Längen besser. Beim Kochen und Backen kann herkömmliches Mehl durch verschiedene Vollkornmehle ersetzt werden.

Es locken echte Leckereien! Lasst sie Euch schmecken!

Für eine tiefergehende Lektüre empfehle ich Euch das Buch „Unsere Nahrung, unser Schicksal“ von dem Arzt und Verfechter der Vollwerternährung Dr. Bruker.

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Eine Antwort zu Unser täglich Brot

  1. eyeraqnews schreibt:

    Danke für diesen sehr interessanten Artikel! Vor allem der Satz „Unser Auszugsmehl ist eine Konserve“ ist mir hängen geblieben! Unbedingt weiterleiten! Und anbieten, z. B. hier http://www.sueddeutsche.de/leben oder hier http://www.berliner-zeitung.de/ernaehrung/10839402,10839402.html, http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/essen-trinken/.

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