In Menschen investieren

Typisch Eltern – Als unsere Tochter mobil wurde und sich krabbelnd die Welt eroberte, begannen wir bereits uns Gedanken um ihre Altersvorsorge zu machen. Dieses kleine Wunderwesen sollte natürlich gut abgesichert sein. Die folgenden Recherchen und Angebotsvergleiche konnten uns jedoch nicht so recht überzeugen: je höher die Renditeversprechen, desto mehr Zweifel hatten wir an den Geschäftspraktiken.

Dann stieß ich auf die ökumenische Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit, eine der größten privaten Finanzierungsquellen in der Mikrofinanzbranche, die sich weltweit für eine nachhaltige und sozial gerechte Entwicklung engagiert. Dieser Weg der Geldanlage liefert zwar weniger Zinsen als bei herkömmlichen Banken, der Gedanke aber, für die Zukunft unserer Kinder UND für die Zukunft der globalen Welt gleichermaßen einen Beitrag zu leisten, überzeugte. Die Sache war entschieden!

Spätestens durch die anhaltende Finanzkrise sind Banken, die nur die eigenen Gewinne im Blick haben, aus der Mode gekommen. 10 Milliarden Euro hatte sich die Deutsche Bank in diesem Jahr als Gewinnziel gesetzt. Zwar musste sie sich von diesem nun verabschieden, dennoch wird der Gewinn unverhältnismäßig hoch bleiben und Rohstoffspekulationen der Deutschen Bank und anderer Investoren werden – trotz versprochener „Prüfung“ – weiterhin zu Hungersnöten in den ärmsten Ländern der Welt beitragen. Wo bleibt die längst überfällige Transaktionsteuer? Der Gedanke an Gerechtigkeit, an ethisch sinnvolle und sozial verantwortliche Investitionen führt zu Institutionen wie Oikocredit und der Idee des Nobelpreisträgers Muhammad Yunus, der in den 70er Jahren das Modell der Mikrokredite startete und 1983 die Grameen Bank in Bangladesh gründete. Eine Bank für die Armen! Nicht Gewinnmaximierung sondern die Lösung globaler Probleme sind hier die Handlungsmaxime.

In vielen Teilen der Welt sind zwar Arbeitskraft und viele Ideen vorhanden, mit Vermögenssicherheiten – die eine Kreditvergabe bei einer gewinnorientierten Bank erfordern – können diese Menschen meist jedoch nicht dienen.

Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern faire Kredite zur Verfügung zu stellen, hat sich als ein erfolgreiches Modell erwiesen – sozial wie wirtschaftlich. Die Armut wird nachhaltig bekämpft und die wirtschaftliche Eigenständigkeit der KreditnehmerInnen wird gefördert. Die verbesserten Lebensbedingungen sichern gleichzeitig auch die Rückzahlung der Kredite; nach Angabe der Vereinten Nationen werden 98 Prozent aller Mikrokredite zurückgezahlt – eine Rückzahlungsquote, von der jede klassische Bank nur träumen kann.

Aber aufgepasst! Aufgrund des wirtschaftlichen Erfolges ist die Mikrofinanzbranche von Investoren weltweit als profitables Geschäftsfeld entdeckt worden und so vergeben inzwischen auch herkömmliche Banken Mikrokredite. Es steht nicht mehr die Lösung globaler Herausforderungen im Vordergrund, sondern wieder einmal der eigene Profit – das birgt die Gefahr, dass Entwicklungshilfe zur Ausbeutung wird.

„In Menschen investieren“ – das hat sich Oikocredit auf die Fahne geschrieben. Die Projektpartner in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa werden sorgfältig ausgesucht und vor Ort durch Experten begleitet. Mit moderaten 2 Prozent Zinsen werden die eingebrachten Genossenschaftsanteile der Anleger verzinst und durch ein nachhaltiges Geschäftsmodell langfristig gesichert. Das ist lediglich ein Inflationsausgleich, mag man einwenden. Dauerhaft können sich aber auf einem Planeten keine Geschäftsmodelle durchsetzen, die eine Umverteilung des Reichtums von unten nach oben bewirken. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem ein Verteilungskampf ungeheuren Ausmaßes diese Ungerechtigkeit aufzubrechen versucht. Dann aber wären all die „glänzenden“ Geldanlagen mit ihren hohen Zinsversprechen nichts mehr wert.

Die Altersvorsorge unserer Kinder kann schon heute helfen, Armut zu bekämpfen, den Fairen Handel zu unterstützen und die Ressourcen unseres Planeten zu bewahren – das ist zukunftsfähig und eindeutig die bessere Wahl.

Weitere gute Gründe für eine Anlage bei Oikocredit vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise gibt es hier: http://www.oikocredit.org/de/news/1413/risiken-bei-oikocredit-ein-anleger-macht-sich-gedanken

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